Das Neue Lausitz Briefing kommt

Eine Kohleregion muss sich von der Kohle emanzipieren. Das ist der richtige Ort für ein neues Online-Medium. Im Januar geht die Neue Lausitz an den Start. Warum und wieso, das lesen Sie hier vorab.

Der dynamischste Landstrich in Deutschland liegt südöstlich von Berlin. Nirgendwo sonst wird in den nächsten Jahren so viel öffentliches Geld ausgegeben wie in der Lausitz. Eine Kohleregion muss sich neu erfinden, ohne wirtschaftlich ins Bodenlose zu fallen. Ein Arbeitsmarkt muss neu aufgestellt werden, ohne dass gesellschaftliche Gräben aufreißen. Über viele Jahre wird an vielen Rädchen gedreht, damit die Lausitz diesen Wandel meistern kann. Ein solcher Prozess fördert eine Menge Nachrichten zu Tage, deren Wucht nur als Teil dieses Strukturwandels ganz zu verstehen ist. Dafür entsteht hier und jetzt ein neuer Journalismus.

Kohleausstieg und Strukturwandel haben die Lausitz überregional interessant gemacht. Es braucht ein Medium, das diesen Prozess begleitet, analysiert, illustriert und erklärt. Das kann kein reines Regionalmedium sein, denn die Lausitz existiert als regionale Einheit gar nicht. Die Lausitz ist aufgeteilt zwischen Brandenburg und Sachsen, eine Verwaltungseinheit war sie in ihrer langen Geschichte nie. Die einzige Klammer ist die Identifikation als Kohleregion, die nun vor dem Aus steht. Neue Einheit schafft schafft die Landkarte des Strukturwandels: Sechs Landkreise, die Städte Cottbus und Görlitz. Diese geografische Einheit braucht eine neue, gute Idee von sich selbst. Kurzum, sie braucht die Vernetzung durch Berichterstattung.

Der Wohnort ist heute nur noch ein Teil der Lebenswelt. Regionaler und lokaler Journalismus müssen deshalb neu gedacht werden.

Die Lausitz ist die größte der vier deutschen Kohleregionen, die bis 2038 – oder nach Wunsch der neuen Bundesregierung „idealerweise“ schon bis 2030 – den Kohleausstieg verwirklichen müssen. Das bedeutet: Hier müssen Innovationen entstehen und in kurzer Zeit zu Wirtschaftskraft führen. Es muss gelingen, die Menschen, die hier leben, mit dem ungeliebten Umbau ihrer Nahwelt zu versöhnen. Das macht die Lausitz zum Labor der Zukunft. Transformation betrifft in der nächsten Zeit viele Industrien, wie die Autoindustrie, in denen Tausende Menschen ihr Geld verdienen. Wie sich verändernde Arbeitswelten auf ganze Lebenswelten zurückwirken, das zeigt die Lausitz mit ihren 1,1 Millionen Menschen vor allen anderen Regionen.

Eine solche Region ist nicht mehr einfach ländlicher Raum. Viele Lausitzerinnen und Lausitzer sind nebenher Großstädter. Sie arbeiten in Berlin, kaufen in Dresden ein und pflegen Freundschaften über das Internet. Trotzdem wollen sie ihre Dörfer und Städte voranbringen. Der Wohnort ist nur noch ein Teil ihrer Lebenswelt. Damit muss auch lokaler Journalismus neu gedacht werden, wenn er Schritt halten will. Hier kann die Lausitz neue Standards setzen.

Das ist nötig, denn die Konflikte des Wandels werden bereits sichtbar. Der Umstieg auf Erneuerbare Energien schafft neue Gewinner. Die Städte, die sich als Zentren der neuen Industrien etablieren, werden nicht zwangsläufig dieselben sein, die vor 100 Jahren mit der Braunkohle reich wurden. Und bei alledem muss die gesamte Lausitz sich interessant genug halten für Menschen von außerhalb, die hier leben, arbeiten und gestalten wollen. Für kontinuierliches Interesse sorgt aber keine Dauerwerbung, sondern allein kritische Berichterstattung, die Relevanz schafft und die richtigen Themen anspricht.

Es braucht einen neues Community-Medium für die Öffentlichkeit, die der Strukturwandel schafft. Das der Lausitz zeigt, was sie sein kann.

Mit den 17,2 Milliarden Euro, die der Strukturwandel in die Lausitz bringt, kann die Lausitz bald die modernste Region Deutschlands sein. Doch der Weg dorthin wird nicht gerade verlaufen. Wo so viel in Bewegung ist, passieren Fehler, entstehen Irrtümer – das macht die Sache so spannend und berichtenswert. Dafür braucht es einen neuen Online-Journalismus, der die Tiefe von Fachmedien mit der Breite des Regionalen verbindet. Es braucht einen neuen Community-Journalismus für die Öffentlichkeit, die durch den Strukturwandel entsteht.

Es braucht fundierte Beiträge, die Wissenschaft und Technik in der Region verorten und mit den Menschen verbindet, die ihn tragen. Es braucht ein Forum, das die Menschen der Lausitz zu aktiven Beteiligten macht. Es braucht ein starkes Medium, das der Lausitz aufzeigt, was sie sein kann. Dieses Online-Medium startet demnächst. Es trägt den Namen Neue Lausitz. Freuen Sie sich darauf und kommen Sie gut ins neue Jahr.

4 Comments

  1. Liebe Christine Keilholz, ich finde Ihr Projekt NEUE LAUSITZ spannend, wichtig und erfolgversprechend. Bin schon neugierig auf die Premierenausgabe.
    Herzliche und kollegiale Grüße
    Peter Escher (geboren in Weißwasser/ OL, der Region verbunden)

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  2. Liebe Christine Keilholz,
    dies ist ein ambitioniertes Projekt. Aber ich stimme Ihnen da voll und ganz zu, dass die Chance einzigartig ist. Es steckt so viel Potential in dieser Region.
    Ich selbst engagiere mich im Förderverein für ein 250 Jahre altes Schwesternhaus. Es ist immer wieder erstaunlich für mich, wie schon damals innovativ gedacht wurde. Vielleicht ist das ja auch mal ne Story wert? Grüße
    Lutz-Wolfram Reiter
    Vorstandsvorsitzender Förderverein Schwesternhäuser Kleinwelka e.V.

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  3. Na da sind wir mal gespannt, was die NEUE LAUSITZ von bestehenden Formaten unterscheidet. Erfolgreiche Premiere und gutes Gelingen sei gewünscht aus selbigem Weißwasser/O.L.

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